24. März 2004
![]() |
914-6 Sieg mit Dominik an der Heiden
|
|
|
Trofeo Baleares 2004 Oder wie man für eine Premiere sorgt Nach dem Debakel in 2002 und dem 4. Platz 2003, war in 2004 ein Podiumsplatz das Ziel Doch haben die Götter bekanntlich vor dem Erfolg den Schweiß gesetzt. Dieser floss dann auch in Strömen, da das Auto komplett gestrippt und wieder neu aufgebaut wurde. Acht Wochen vor der Rallye gab keiner mehr einen Pfifferling dafür, dass das Auto rechtzeitig fertig werden würde. Aber ein eiserner Wille und die tatkräftige Hilfe aller Freunde machten das Wunder möglich. Am Freitag abend vor der Rallye war das Auto (fast) fertig und wurde (ohne Test) verladen. Nach gewohnt mäßigem Training wurden wir am Mittwoch morgen als erstes gesetztes Team auf die Strecke geschickt. Die erste Sonderprüfung war gleich ein schwerer Brocken. Die bekannte Bergrennstrecke Soller rauf und auf der anderen Seite wieder bergab und das ganze über 13 Kilometer. Meine Erwartungen in die neuen Michelin TB 15 waren enorm und wurden jedoch bitterlich enttäuscht. Erschwerend kam hinzu, dass nach wenigen Kilometern das Gaspedal hing und ein sauberes Fahren unmöglich machte. Einige Situationen knapp am kapitalen Abflug vorbei waren die logische Folge. Noch nie kamen mir die eigentlich ganz hübschen und charakteristischen Steinmauern von Mallorca so bedrohlich und groß vor. Aber bekanntlich wächst man ja an den gestellten Aufgaben. Wir brachten das Auto heil über die Sonderprüfung und machten uns gleich an die Lösung des Problems. Leider blieb uns aus Zeitmangel nur die kleine Lösung übrig und so musste der Copilot mittels eines dünnen Kabels mit viel Gefühl ständig das Gaspedal zurückziehen und natürlich wieder lockerlassen, wenn Vollgas angesagt war. Davon gab es dann reichlich auf der zweiten WP und trotz der ungewöhnlichen Gaspedalbetätigung verpassten wir die Bestzeit nur knapp. Die anschließende Reparatur der misslichen Gaszugkomplikation wurde rallylike simpel und pragmatisch gelöst. Am oberen Ende des Gaspedals verblieb das genannte Kabel und am anderen Ende sorgte dann eine längere Spriralfeder für den notwendigen Gegenzug. Diese überzeugend einfache Lösung sollte uns dann auch bis zum Ende der Rallye gute Dienste tun. Die letzte Prüfung des ersten Tages fand auf der Rennstrecke in Lukmajor statt. Froh darüber, endlich wieder mit dem gewohnten Feingefühl Gas geben zu können wurde dann vom Vierzehner die Trainingsbestzeit auf den Asphalt geknallt, dank der phänomenal guten Dunlop Reifen. Damit wusste die geschockte Konkurrenz sofort wo der Hammer hängt und konnte sich entsprechend einsortieren. Fahrwerksspezialist Hajo Klein und Motorenguru Manfred Rugen hatten einen perfekten Job abgeliefert. Motto der folgenden Tage war: Flott fahren, aber ohne Risiko. Die abwechslungsreichen Eindrücke der Sonderprüfungen sind kaum wiederzugeben. Serpentinen, gefolgt von sehr schnellen Passagen wechseln sich ab, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf: Nur keine Mauer berühren, der folgende Fall könnte außergewöhnlich tief sein. Mein Copilot Wolfgang Witt war wie immer unerschütterlich präzise. Er verlor nur ein einziges mal wegen einer Situation mit ungewissem Ausgang seine innere Ruhe, allerdings verlor er gegen Ende der letzten WP auch zeitweise die Stimme und wechselte zu einem etwas heiserem Krächzen. Dies tat aber seiner Top-Leistung keinen Abbruch. Das Highlight zum Abschluss des vierten und letzten Tages war wieder ein Rundstreckenrennen in Lukmajor. Mit knappem Vorsprung vor Michael Eschmann konnte die Pole erkämpft werden. Beim Start spielte Routinier Eschmann die Kraft seines 911ers aus und zog mit seinem infernalisch gehenden 911 ST davon. Aber in den Kurven des engen Rundkurses füllte der 914er eindrucksvoll den Spiegel des gut und fair fahrenden Konkurrenten. Nach 7 Runden warf der routinierte Fahrer des 911 ST das Handtuch und beugte sich dem Druck des perfekt liegenden 914/6. Die 4000 Zuschauer tobten ob des spektakulären Schauspiels und es wurde ein grandioser Abschluss einer perfekt abgelaufenen Rallye. Im Anschluss daran hinterließen nicht die vier Tage im harten 914 körperliche Schmerzen, sondern das anschließende Schulterklopfen der begeisterten Zuschauer. Auch die mehr als einstündige technische Kontrolle des 914/6 durch die Kommissare im Anschluss bestätigte den regelkonformen Zustand unseres Flachmanns. Der Erfolg mit unserem 914/6 war eine Super Leistung des gesamten Teams unter Einschluss der Service-Crew Wolfgang, Herbert und Klaus, ohne die dieser Erfolg undenkbar gewesen wäre. Wenn ich richtig informiert bin, war dies der erste Sieg eines 914/6 bei einer so hochkarätigen Rallye, übrigens ein Lauf zur Rallye-Europameisterschaft, und hoffentlich schließen sich weitere Erfolge an. Dominik an der Heiden |
| 5. April 2004
Heute können wir noch diese Bilder nachliefern: Die Fotos stammen von der HP der bekannten Zeitschrift CLASSICDRIVER. |
| Weitere Infos unter: www.trofeo-baleares.de |